Spendenaufruf | Gesellschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in der DDR

Inventarnummer: 12/21

Spendenaufruf der „Gesellschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in der DDR“. Das aus dem Jahr 1963 stammende Faltblatt mit der Überschrift: „Die Olympischen Spiele rufen Dich!“ bezieht sich auf das Olympiajahr 1964, mit den Winterspielen in Innsbruck und den Olympischen Spielen in Tokio. Auf der Innenseite ist ein Wettkampfplan für das Schuljahr 1963/64, unter dem Motto: „Höher-schneller-weiter“, abgedruckt.

„Lieber Pionier! Lieber Schülerl
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei den Wettkämpfen des Schuljahres 1963/64. Kämpfe mit ganzer Kraft für Deine Schulsportgemeinschaft! Egon Rolle hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Er meint, wir wollen gemeinsam durch unsere Spende einen Teil der Reise unserer Olympiakämpfer nach Innsbruck und Tokio finanzieren. Das ist eine wirklich gute Tat. Wie Du helfen kannst, das sagt Dir Egon Rolle in der Pionierzeitung „Die Trommel“.
Trainiere fleißig, wie es Dir Dein Pionierauftrag sagt: „Lernen, Schaffen, Fröhlichsein! Für Frieden und Sozialismus – immer bereit!“. Strenge Dich an, damit auch Du einmal unsere Deutsche Demokratische Republik bei Olympischen Spielen vertreten kannst. Hilf unserer Olympiamannschaft! Durch gute Leistungen werden sich unsere Sportler auch für Deine Spende zur Finanzierung der weiten Reise bedanken.“

Leichtathletiktrikot Willi Holdorf | Spiele der XVIII. Olympiade 1964, Tokio

Inventarnummer: 11/164

Leichtathletiktrikot von den Olympischen Spielen 1964 in Tokio, Startnummer 263, getragen von Willi Holdorf. Willi Holdorf errang als erster Deutscher eine Goldmedaille im Zehnkampf bei Olympischen Spielen.

Der 1940 im holsteinischen Blomesche Wildnis geborene Holdorf spielte in seiner Jugend leidenschaftlich Fußball und Handball, 18-jährig entschied er sich für die Leichtathletik. Anfänglich versuchte er sich im Sprint, trainierte aber auch ausdauernd andere Disziplinen. Nach einiger Zeit stagnierte seine Laufleistung und so wechselte er zum Zehnkampf.
Schon 1959 wurde er Juniorenmeister in dieser Disziplin, ein Jahr später wiederholte er diesen Erfolg. Ende 1960 wechselte Willi Holdorf nach Leverkusen, dort wurde er von Bert Sumser und Friedrich Schirmer, der als „Vater der deutschen Zehnkämpfer“ galt, beim SV Bayer 04 Leverkusen trainiert.

1961 wurde Willi Holdorf deutscher Zehnkampfmeister bei den Herren, bei der 7. Leichtathletik-Europameisterschaft 1962 in Belgrad belegte er den fünften Platz. 1963 wurde er zum zweiten Mal deutscher Meister, erstmalig übertraf er die Marke von 8000 Punkten.

1964 absolvierte er vor den Olympischen Spielen in Tokio zwei Wettbewerbe, bei der deutschen Meisterschaft in Karlsruhe belegte er hinter Hans-Joachim Walde und Horst Beyer den dritten Platz. In den Ausscheidungskämpfen für die gesamtdeutsche Olympiamannschaft in Jena, im August 1964, siegte er mit persönlicher Bestleistung von 8156 Punkten.

Drei Wochen vor den Olympischen Spielen wurde das Punktesystem im Zehnkampf verändert. Der bis dahin stärkste Zehnkämpfer war der in Kalifornien lebende Taiwanese Yang. Yang sprengte mit übersprungenen 4,83 m im Stabhochsprung die bisherige Tabelle, sie sah eine maximale Sprunghöhe von 4,82 vor. Das bis dahin gültige System begünstigte starke Leistungen in einzelnen Disziplinen unverhältnismäßig hoch. So wurde der Sprung über 4,83 mit 1515 Punkten angerechnet, etwa ein Sechstel der Gesamtpunktzahl. Yang konnte sich so auf seine Paradedisziplinen, den Speerwurf, das Hürdenlaufen und vor allem den Stabhochsprung, in dem er allen Zehnkämpfern überlegen war, konzentrieren.
Das neue Punktesystem benotete Leistungssteigerungen nicht mehr progressiv, sondern linear. Yang, der noch wenige Wochen vor den Olympischen Spielen als Favorit galt, reiste deprimiert zu den Spielen an.

Der Wettkampf begann am 19. Oktober im Olympiastadion in Tokio, insgesamt nahmen 22 Athleten aus 14 Nationen teil. Aus deutscher Sicht waren außer Willi Holdorf die „alten Bekannten“ Hans-Joachim Walde und Horst Beyer dabei.

Hier die Ergebnisse der Einzeldisziplinen:

100-m-Lauf
1. Holdorf (10,7 s)
2. Aun (10,9 s)
3. Walde (11,0 s)

 

Weitsprung
1. Aun | UdSSR (7,22 m), Storozhenko | UdSSR (7,22 m)
2. Walde (7.21 m)
3. Beyer (7,02 m)

4. Holdorf (7,00 m

 

Kugelstoß
1. Storozhenko | UdSSR (16.37 m)
2. Holdorf (14,95 m)
3. Hodge | USA (14,93 m)

4. Walde (14,45 m)
8. Aun | UdSSR (13,82 m)

 

Hochspung
1. Walde (1,96 m)
2. Aun | UdSSR (1,93 m), Duttweiler | Schweiz (1,93 m)
3. Beyer (1,90 m)

4. Holdorf (1,84 m)

 

400-m-Lauf
1. Holdorf (48,2 s)
2. Aun | UdSSR (48,8 s)
3. Yang | Taiwan (49,0 s)

7. Walde (49,5 s)

 

110 -m-Hürden
1. Yang | Taiwan (14,7 s)
2. Sar | Italien (14,8 s)
3. Kuznetsov | UdSSR (14,9 s), Emberger | USA (14,9)

4. Holdorf (15,0 s)
7. Walde (15,3 s)
8. Aun | UdSSR (15,9 s)

 

Diskus
1. Sar | Italien (47,46 m)
2. Holdorf (46,05 m)
3. Beyer /45,17 m)

5. Aun | UdSSR(44,19 m)
8. Walde (43,15 m)

 

Stabhochsprung
1. Yang | Taiwan (4,60 m), Moro | Kanada (4,60 m)
2. Kuznetsov | UdSSR (4,40 m), Thorlaksson | Island (4,40 m)
3. Herman | USA (4,35 m)

5. Holdorf (4,20 m), Aun | UdSSR (4,20 m)
7. Walde (4,10 m)

 

Speerwurf
1. Yang | Taiwan (68,15 m)
2. Kuznetsov | UdSSR (67,87 m)
3. Herman | USA (63,35 m)

6. Aun | UdSSR (59,06 m)
9. Holdorf (57,37 m)

 

1.500-m-Lauf
1. Emberger | USA (4.19,3 min)
2. Aun | UdSSR (4.22,3 min)
3. Beyer (4.23,6 min)

9. Holdorf (4.34,3 min)
10. Walde (4.37,5 min)

 

Vor dem abschließenden 1.500-m-Lauf führte Holdorf denkbar knapp, er dürfte den bekannt laufstarken Sowjet-Esten Aun nicht mehr als 18,5 s Vorsprung gewähren. Nach Mobilisierung aller Kraftreserven kam Holdorf 12,0 s nach Aun ins Ziel, mit insgesamt 7887 Punkten und nur 45 Zähler vor Aun gewann Willi Holdorf die Goldmedaille.
Auch für Hans-Joachim Walde nahm der Wettbewerb ein glückliches Ende, mit 7809 Punkten errang er die Bronzemedaille, Horst Beyer wurde hervorragender Sechter.

Das sollte der letzte Wettbewerb im Zehnkampf von Willi Holdorf gewesen sein, nach den Olympischen Spielen in Tokio beendete er seine Karriere.

Einige Jahre später versuchte sich Willi Holdorf als Bremser im Zweier-Bob. Bei den Europameisterschaften 1973 in Cervinia/Italien gewann er zusammen mit Horst Floth die Silbermedaille.
Auch im Fußball tauchte der Name Willi Holdorf auf, in der Saison 1973/74 trainierte er ab Januar 1974 Fortuna Köln bis zum Saisonende.

 

Erinnerungsmedaille | Spiele der XVIII. Olympiade 1964, Tokio

Inventarnummer: 06/561

Erinnerungsmedaille im Originaletui von den Olympischen Spielen 1964 in Tokio. Entworfen wurde die Medaille von zwei Künstlern, die Vorderseite gestaltete Tara Okamoto, die Rückseite Kazumitsu Tanake. Die Vorderseite zeigt drei Läufer und einen Schwimmer. Die Rückseite zeigt mittig die olympischen Ringe, darüber „XVIII Olympiad“, darunter „Tokyo 1964“. Insgesamt wurden 17.000 Medaillen in der Münze des Finanzministeriums in Osaka geprägt.

Fotografie Ingrid Engel-Krämer | Spiele der XVIII. Olympiade 1964, Tokio

Inventarnummer: 11/06-2

Fotografie von der Wasserspringerin Ingrid Engel-Krämer (* 29. Juli 1943 in Dresden) bei der Siegerehrung im Wettbewerb vom 3-m-Brett. Ingrid Engel schrieb schon 1960, bei den Olympischen Spielen in Rom, Sportgeschichte. Sie gewann in beiden Wassersprungdisziplinen (3-m-Brett, 10-m-Turm) die Goldmedaille. Damit unterbrach sie die Siegesserie der US-amerikanischen Springerinnen, die seit 1924 durchgehend beide Wettbewerbe gewonnen hatten. 1964, bei den Olympischen Spielen in Tokio, war sie Fahnenträgerin der gesamtdeutschen Mannschaft. Insgesamt wurde sie vier Mal zur DDR-Sportlerin des Jahres gewählt. Interessant dabei, dass sie 1960 sowohl in der DDR, als auch in der Bundesrepublik zur Sportlerin des Jahres gewählt wurde.

Bildbeschriftung:
„XVIII. Olympische Sommerspiele Tokio 1964 – Goldmedaille für Ingrid Engel-Krämer – Im Kunstspringen der Damen wiederholte die DDR-Springerin Ingrid Engel-Krämer am 12.10.1964 im National Gymnasium in Tokio ihren großartigen Erfolg von Rom. Nach der feierlichen Siegerehrung v.l.n.r.: Jeanne Collier (Silber, USA), Ingrid Engel-Krämer und Mary Willard (Bronze, USA).“

Kleidung gesamtdeutsche Mannschaft | Spiele der XVIII. Olympiade 1964, Tokio

Inventarnummer: 10/260

Jacke als Teil eines Trainingsüberanzuges der gesamtdeutschen Mannschaft von den Olympischen Spielen 1964 in Tokio. Der Entwurf stammt vom Deutschen Modeinstitut (West), gefertigt wurde bei der Fa. Synthetex in Lichtentanne (Ost). Damaliger Werbetext: „Für die Olympischen Sommerspiele in Tokio wurden diese Trainingsüberanzüge entworfen. Die Jacken der Schutzanzüge sind in doppelter Ausführung, am Saum durch Gummi abschließend und am Ärmel mit Windfang gearbeitet, Entwurf: Deutsches Modeinstitut, Hersteller: Fa. Synthetex, Lichtentanne/Sachsen.“

Papiervignette | Spiele der XII. Olympiade 1940, Tokio

Inventarnummer: 97/387

Papiervignette von den vorgesehenen Olympischen Spielen 1940 in Tokio. Auf der IOC-Session 1936 in Berlin wurde Tokio mit 36 zu 26 Stimmen zum Austragungsort der Spiele der XII. Olympiade gewählt, Hauptkonkurrent war die finnische Hauptstadt Helsinki. Aufgrund des japanisch/chinesischen Konfliktes, der sich zum offenen Krieg ausweitete, wurden die Spiele am 16. Juli 1938 an das IOC zurückgegeben.

Maskottchen „Athlestar“ | 3. Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1991, Tokio

Inventarnummer: 97/758

Maskottchen „Athlestar“ von der 3. Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1991 in Tokio. Die erste Weltmeisterschaft außerhalb Europas fand im Olympiastadion von Tokio statt. Drei Athleten wurden, nach 1983 und 1987, zum dritten Mal Weltmeister. Carl Lewis (über 100-m und 4 x 100-m), Greg Foster (über 110 m Hürden) und Sergej Bubka (im Stabhochsprung).

Das wohl denkwürdigste Ereignis waren die 8.95 m im Weitsprung von Michael Anthony „Mike“ Powell. Powell knackte damit die  23 Jahre alte Bestmarke  seines Landsmann Bob Beamon, die er  1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko aufstellte.

97-758