Puma Spike „Roma“ | Armin Hary – Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom

Inventarnummer: 12/32

Puma Spike „Roma“, es handelt sich um das Modell (der eigentlich Schuh unterschied sich nur marginal) welches Armin Hary bei den Olympischen Spiele 1960 in Rom trug. Der „Roma“ wurde bereits 1959 von Rudolf Dassler entwickelt, er beinhaltet zwei neue Patente, zum einen die rote Puma-Nylon Ballenstütze, sie sorgt für:
– besseren Halt in Kurven bei 200-m und 4×100-m,
– eine schnellere Abdruckstellung des Fußes,
– fast keine Abnutzung des hochwertigen Obermaterials aus Känguruleder.

und die neue PUMA Dornenstellung:
– für besseren Halt in Kurven bei 200-m und 4×100-m.

Olympische Spiele in Rom, 1. September 1960, Entscheidungstag über die 100-m, 17:30 Uhr – Finallauf. Die Auslosung der Bahnen ergab, Armin Hary auf Bahn 6, Peter Radford (GBR) auf Bahn 5, Enrique Figuerola (Kuba) auf Bahn 4, Frank Budd (USA) auf Bahn 3, Otis Ray Norton (USA) auf Bahn 2 und Dave Sime (USA) auf Bahn 1.

Die Läufer machen sich bereit, sie nehmen ihre Startposition ein, der Starter gibt das Kommando, dann fällt der Startschuss…, kurz darauf ein zweiter Schuss, Fehlstart. Neben Hary ist nur Sime gestartet, nach einem kurzen Moment ist klar, kein Läufer hat einen Fehlstart verursacht, Armin Hary erinnert sich: “Offenbar war es dem Starter nicht ruhig genug, oder er hatte selbst ein Geräusch verursacht, daß Sime zum Start veranlaßte”.

Wieder machen sich die Läufer bereit, der Starter gibt abermals das Kommando, aber auch dieser Lauf wird abgebrochen, Fehlstart Hary.

In die Vorbereitungen des dritten Starts hebt der Kubaner Figuerola die Hand, sein Startblock hatte sich gelöst.

Zum vierten Mal machen sich die Läufer bereit, zum dritten Mal gibt der Starter das Kommando, diesmal geht alles glatt. Armin Hary schreibt in seinen Aufzeichnungen “10,0″ : “Und ich laufe – laufe – laufe… und sehe nur die beiden Striche, die meine Bahn begrenzen. Ich laufe wie um mein Leben… ich bin vorn! Doch von weit links droht Gefahr. Ich kann nicht genau beobachten, was da vorgeht, denn mein Gesicht ist dem Zielband zugewandt… Sime ist das, der ganz links heranrollt… mit letzter Anstrengung werfe ich mich ins Ziel”. (Copress Verlag München, 1961, S. 165)

Für ein Moment ist unklar wer gewonnen hat, Armin Hary ist davon überzeugt, dass er es war, der als Erster das Zielband mit der Brust berührt hat. Quälende Minuten, dann ist es offiziell, Armin Hary ist Olympiasieger, Dave Sime wird zeitgleich Zweiter, der Brite Peter Radford läuft auf Platz 3.

Bis heute gelang es keinem weiteren Deutschen, diesen Erfolg zu wiederholen. Es war der erste Olympiasieg in der Leichtathletik seit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

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Zürich | Letzigrund-Stadion | 21. Juni 1960
Bereits 72 Tage vor dem gewonnenen Finale in Rom sorgte Armin Hary für weltweite Schlagzeilen. Am 21. Juni 1960 lief der blonde Saarländer im Züricher Letzigrund-Stadion, diesmal in Adidas-Spikes, als erster Mensch die 100-m in 10,0 Sekunden; doch auch das nicht ohne Hindernisse.
Nachdem Hary den ersten Lauf souverän in neuer Weltrekordzeit von 10,0 Sekunden gewonnen hatte, schaltete sich die Jury ein. Angeblich startete Hary zu früh, Fehlstart, der Starter gab zu, aus Nervosität die Läufer nicht „zurückgeschossen“ zu haben, das Rennen wurde annulliert.

Gustav Schwenk, ein deutscher Journalist und Fachmann in Sachen Wettkampfbestimmungen, gibt Armin Hary zu verstehen, dass nur der Starter einen Fehlstart direkt und unmittelbar erkennen und das Rennen abbrechen kann, nicht das Schiedsgericht nach Beendigung des Laufes. Beide gehen zu den Schiedsmännern, nach regen Diskussionen einigt man sich auf einen zweiten Lauf. Damit der Lauf gewertet werden kann, müssen mindestens drei Läufer antreten. Der Kölner Jürgen Schüttler und der Schweizer Heinz Müller erklären sich bereit, ein zweites Mal anzutreten.

Armin Hary startete überragend, schnell kann er sich absetzen, das Publikum feuert Hary frenetisch an, dann die Ziellinie. Nach einem kurzen Moment des Bangens, die Zeitnehmer schauen ungläubig auf ihre Stoppuhren, wird bekannt gegeben, dass auch der zweite Lauf in neuer Weltrekordzeit von 10,0 Sekunden absolviert wurde, Armin Hary ist überglücklich.

Der Puma Spike „Roma“ ist Teil der Dauerausstellung des Deutschen Sport & Olympia Museums.

 

Das Olympiastadion in Rom…


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Olympische Fackel | Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom

Inventarnummer: 94/264

Olympische Fackel von den Olympischen Spielen 1960 in Rom. Insgesamt nahmen 1529 Läufer, bei einer Gesamtlaufstrecke von 2750 km, am olympischen Fackellauf teil. Am 12. August 1960 wurde das Feuer in Olympia entzündet, am 25. August 1960 erreichte es das Olympiastadion in Rom.

Die Fackel besteht aus bronziertem Aluminium, sie wiegt 580 g bei einer Länge von 40 cm. Gestaltet wurde sie in Anlehnung antiker Vorbilder von Amedeo Maiuri. Hergestellt wurde sie bei der Fa. Curtisa in Bologna, etwa 1500 Fackel wurden produziert.

Inschrift auf dem Handteller: „Giochi della XVII. Olimpiade“.

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Fotografie Olympisches Dorf | Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom

Inventarnummer: 13/02

Fotografie des olympischen Dorfes von den Olympischen Spielen 1960 in Rom.

Presse-Seeger | Bildbeschriftung: „Das olympische Dorf ist eigentlich schon eine Stadt, die auf dem 31500 qm grossen Gelände am Corso die Francia entsteht. Hier wurde ein Elendsviertel von Rom mit hässlichen Baracken und Hütten abgerissen. Für 1000 Aktive und Funktionäre wurden Häuser im modernsten Stil mit 5000 Räumen gebaut. Alle Zimmer sind komfortablel eingerichtet mit Telefon, Bad und Dusche. Zwei bis drei Sportler wohnen in einem Raum. Die Strassen des olympischen Dorfes haben noch keine Namen. Sie sollen nach den grössten Sportlern der olympischen Spiele benannt werden. 13 Restaurantes, eine eigene Post, Geschäfte, Reisebüros und ein Krankenhaus finden wir hier beieinander. Die Bauten gehören dem Staat, der die Anlagen für zwei Monate dem Sport vermietet hat. Nach den Sommerspielen werden hier 1500 italienische Beamtenfamilien ihre Bleibe finden.“

Fotografie Olympisches Dorf | Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom

Inventarnummer: 13/02-1

Fotografie von einer Unterkunft im olympischen Dorf bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom.

Presse-Seeger | Bildbeschreibung: Vorbildliche Unterkünfte stehen den 11000 Aktiven und Funktionären im Olympischen Dorf zur Verfügung. Alle Installationen des modernen Lebens finden wir hier in den 2-4 stöckigen Gebäuden mit den 5000 Zimmern. Die Athleten aus 84 Nationen werden sinch in den modernen Wohnungen sicherlich wohlfühlen. Nach den Sommerspielen sollen hier 1500 italenische Beamtenfamilien ihre Bleibe finden.

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Fotografie Hostessen | Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom

Inventarnummer: 13/02-2

Sprachausbildung der Hostessen im Vorfeld der Olympischen Spiele 1960 in Rom.

Presse-Seeger | Bildbeschriftung: „Hostessen für die Olympischen Spiele – Mehrere Sprachkurse laufen schon in Rom, um 400 Studenten und Studentinnen bis zum Beginn der Spiele als Dolmetscher in den verschieden Sprachen auszubilden. Das Organisations-Komitee hat nur auf hübsche Mädchen zurückgegriffen. Da der Wahrscheinlichkeit nach aber bis zum beginn der Spiele davon einige verheiratet sein werden, hat man Vorsorge getroffen und bildet jetzt mehr aus, als tatsächlich benötigt werden.“

Fotografie Olympiagelände | Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom

Inventarnummer: 13/02-4

Fotografie des Olympiageländes der Olympischen Spiele 1960 in Rom.

Presse-Seeger | Bildbeschriftung: „8 Millarden für Olympia – Die Olympischen Spiele in Rom sollen alles übertrumpfen, was bisher dagewesen ist. Das „Beste vom Besten“ sagen die Italiener. Diese Luftaufnahme zeigt einen Komplex der olympischen Stadien.
1.) Das „Stadio Olympico“ für 100000 Menschen
2.) Das „Marmor-Stadion“ für 20000 Menschen
3.) Der Springbrunnen auf der Erdkugel im Porto Italico
4.)Tennisplätze
5.) „Foro Italico“ der offizelle Sitz des C.O.N.I.
6.) Das Hallenschwimmbad
7.) das Schwimmstadion.“

Präsent des A.S.Rom an eine Kölner Fußballauswahl | 8. Februar 1960

Inventarnummer: 92/1315

Skulptur der Kapitolinischen Wölfin mit Romulus und Remus, dem Wahrzeichen Roms und Teil des Vereinsemblems von A.S. Rom, auf einem Marmorsockel. Plakette: „A.S. Roma – Köln – Roma-8.2.1960“.
Die Trophäe wurde anlässlich eines Viertelfinalspiels im Messestädte-Pokal  zwischen dem A.S. Rom und einer Kölner Fußballauswahl übergeben. Obwohl das Datum 8.2.1960 auf der Skulptur zu lesen ist, fand das Spiel tatsächlich am 8.2.1961 statt, also ein Jahr später.

Von 1951 bis 1971 wurde der Messestädte-Pokal zur Werbung internationaler Handelsmessen ausgetragen. Anfänglich bestanden die Mannschaften wahlweise aus einer Städteauswahl oder Vereinsmannschaften, ab der Saison 1964/65 spielten dann nur noch Erstligavereine als Vertreter der jeweiligen Messestädte.

In der Saison 1960/61 nahmen 16 Vereine am Coupe des villes de foires teil:

– A.S. Rom
– Inter Mailand
– Hannover 96
– Städteauswahl Köln
– Städteauswahl Leipzig
– Städteauswahl Basel
– FC Lausanne-Sport
– Städteauswahl Belgrad
– Städteauswahl Zagreb
– FC Barcelona
– Kjøbenhavns Boldklub
– Birmingham City
– Hibernian Edinburgh
– Újpest Budapest
– Olympique Lyon
– Royale Union Saint-Gilloise

Die Mannschaft des A.S. Rom und der Städteauswahl Köln trafen im Viertelfinale aufeinander, beide Mannschaften verloren ihre Heimspiele mit jeweils 0:2. Das nun notwendige dritte Spiel, wieder in Köln, gewann der A.S. Rom mit 4:1, somit war Köln ausgeschieden.

Im weiteren Verlauf des Turniers siegte der A.S Rom gegen den schottischen Vertreter Hibernian Edinburgh. Im Finale trafen die Römer auf Birmingham City. Das Hinspiel, am 27. März 1961 in Birmingham, endete 2:2. Das Rückspiel, sieben Monate später, am 11. Oktober 1961 vor 60.000 Zuschauern im Olympiastadion in Rom, gewannen die Italiener mit 2:0. Als Sieger des Wettbewerbs bekam A.S. Rom die Trophée Noel-Beard überreicht.

 

 

Erinnerungsmedaille | Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom

Inventarnummer: 07/192

Erinnerungsmedaille von den Olympischen Spielen 1960 in Rom. Entworfen wurde die Erinnerungsmedaille von dem italienischen Bildhauer Emilio Grèco (11. Oktober 1913 – 5. April 1995). Die Vorderseite zeigt eine nackte Läuferin mit der olympischen Fackel vor den olympischen Ringen. Die Rückseite stellt den Flug von Adlern über dem Olympia-Stadion in Rom dar. Gefertigt wurde die Medaille bei Bertoni in Mailand.

Teilnehmermedaille | Olympia-Ausscheidungskämpfe 1960

Inventarnummer: 09/153

Teilnehmermedaille der Olympia-Ausscheidungskämpfe im Ringen (griechisch-römisch) für die Olympischen Spiele 1960 in Rom. Die Wettkämpfe der gesamtdeutschen Olympiamannschaft fanden am 18. bis 19. Juni 1960 in Saarbrücken statt.
Ausrichter war der DAB (Deutscher Athleten-Bund), Dachverband für die Disziplinen Ringen, Gewichtheben, Rasenkraftsport und Kunstkraftsport.

Plakat | 11. Leichtathletik-Europameisterschaft 1974, Rom

Inventarnummer: 88/89-1687, 88/89-1709, 88/89-1717, 88/89-1759

Vier Plakate von den 11. Leichtathletik-Europameisterschaften 1974 in Rom. Die Europameisterschaft fand vom 1. bis 8. August 1974 im Olympiastadion der Spiele von 1960 statt.

Medaillengewinner aus deutscher Sicht:

Herren:

– Klaus-Dieter Bieler, 100 m, 10,35 Sek., Bronzemedaille

– Manfred Ommer, 200 m, 20,76 Sek., Silbermedaille

– Karl Honz, 400 m, 45,04 Sek. (Europarekord), Europameister

– Bernd Herrmann, 400 m, 45,78 Sek., Bronzemedaille

– Thomas Wessinghage, 1500 m, 3:31,1 Min., Bronzemedaille

– Manfred Klaus Kuschmann (DDR), 10000 m, 28:25,75 Min., Europameister

– Michael Karst, 3000 m Hindernis, 3000 m Hindernis, 8:17,91 Min., Bronzemedaille

– Manfred Kokot, Michael Droese, Hans-Jürgen Bombach, Siegfried Schenke (DDR), 4 x 100 m Staffel, 38,99 Sek.,
Bronzemedaille

– Hermann Köhler, Horst-Rüdiger Schlöske, Karl Honz, Rolf Ziegler, 4 x 400 m Staffel, 3:03,52 Min., Silbermedaille

– Bernd Kannenberg, 20 km Gehen, 1:29:38,2 St., Silbermedaille

– Peter Selzer (DDR), 50 km Gehen, 4:04:28,4 St., Bronzemedaille

– Ralf Reichenbach, Kugelstoßen, 20,38 m, Silbermedaille

– Jochen Sachse, Hammerwurf (DDR), Hammerwurf, 74 m, Silbermedaille

– Reinhard Theimer (DDR), Hammerwurf, 71,62 m, Bronzemedaille

– Wolfgang Hanisch (DDR), Speerwurf, 85,46 m, Silbermedaille

– Guido Kratschmer, Zehnkampf, 8132 Pkt., Bronzemedaille

Damen:

– Renate Stecher (DDR), 100 m, 11,23 Sek., Silbermedaille

– Renate Stecher (DDR), 200 m, 22,68 Sek., Silbermedaille

– Rita Wilden, 400 m, 50,88 Sek., Bronzemedaille

– Gunhild Hoffmeister (DDR), 1500 m, 4:02,25 Min. (Europarekord), Europameisterin

– Annelie Ehrhardt (DDR), 100 m Hürden, 12,66 Sek. (Europarekord), Europameisterin

– Annerose Fiedler (DDR), 100 m Hürden, 12,89 Sek., Silbermedaille,

– Doris Maletzki, Renate Stecher, Christina Heinich, Bärbel Eckert (DDR), 4 x 100 m Staffel, 42,51 Sek.
(Weltrekord), Europameisterinnen

– Elfgard Schittenhelm, Annegret Kroniger, Annegret Richter, Inge Helten, 4 x 100 m Staffel, 42,75 Sek.,
Silbermedaille

– Brigitte Rohde, Waltraud Dietsch, Angelika Handt, Ellen Streidt (DDR), 4 x 400 m Staffel, 3:25,21 Min.
(Europarekord), Europameisterinnen

– Rosemarie Witschas (DDR), Hochsprung, 1,95 m (Europarekord), Europameisterin

– Marianne Adam (DDR), Kugelstoßen, 20,43 m, Silbermedaille

– Gabriele Hinzmann (DDR), Diskuswurf, 62,50, Bronzemedaille

– Ruth Fuchs (DDR), Speerwurf, 67,22 m (Weltrekord), Europameisterin

– Jacqueline Todten (DDR), Speerwurf, 62,10 m, Silbermedaille

– Burglinde Pollak (DDR), Fünfkampf, 4678 Pkt., Silbermedaille