Eishockeytrikot ECD Iserlohn | “Das Grüne Buch” – Muammar al-Gaddafi

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Inventarnummer: 11/126

Eishockeytrikot des ECD Iserlohn aus dem Jahr 1987 mit einem Werbedruck für Muammar al-Gaddafis “Das Grüne
Buch”.

Der 1987 in finanzielle Schieflage geratene ECD Iserlohn versuchte mit diesem Schachzug der drohenden Insolvenz zu entkommen. Heinz Weifenbach, Vorsitzender des ECD Iserlohn, reiste Ende November 1987 mit unbekanntem Ziel aus Iserlohn ab. Gerüchten zur Folge sollte der neue Geldgeber ein japanischer Elektrokonzern sein, dies wurde dementiert. Dann meldete der WDR, ein Ölscheich würde dem Verein 300.000 DM spenden, auch das stellte sich als falsch heraus.

Am 3. Dezember 1987 gab Heinz Weifenbach in einer Pressekonferenz bekannt, dass das “Weltcenter für Studien des grünen Buches” eine Summe von 1,5 Millionen DM für den ECD Iserlohn bereithalten würde.Dies stieß in der Öffentlichkeit auf großen Protest, Friedrich Zimmermann, damaliger Innenminister, empörte sich: “Was zunächst wie ein Faschingsscherz aussah, ist eine eklatante Verletzung der politischen Neutralität des Sports.”. Der damalige Bundestrainer Xaver Unsinn ging noch weiter: “Der Sport darf nicht dazu da sein, kriminelle Elemete und den Terrorismus zu unterstützen.”

Dieses Trikot kam nur ein einziges Mal zum Einsatz, im Spiel gegen den SB Rosenheim am 4. Dezember 1987. Noch beim Warmmachen auf dem Eis wurde das bisherige “Ritzenhoff-Trikot” getragen. Erst zum Anpfiff der Partie lief der ECD Iserlohn mit diesem Trikot auf (Endstand 3:3).

Nach einer Sitzung des Deutschen Eishockey-Bundes, am Samstag nach dem Spiel, forderte dieser ultimativ, die Werbung für Gaddafis “Grüne Buch” zu unterlassen, sonst würde der ECD Iserlohn vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Im nächsten Ligaspiel, gegen Frankfurt (im Vorfeld des Spiels gab es eine Bombendrohung), kam das “Skandaltrikot” nicht mehr zum Einsatz.

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