Reglement Boxen | Spiele der XX. Olympiade 1972, München

Inventarnummer: 14/07-4

Reglement zum olympischen Boxturnier bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Das Boxturnier war für den Zeitraum vom 27. August bis 9. September angesetzt. Aufgrund des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft wurden die Finalkämpfe auf den 10. September verschoben. Das Boxturnier fand in der Boxhalle im Olympiapark statt, geboxt wurde nach den Wettkampfbestimmungen des Internationalen Amateur-Box-Verbandes (AIBA) in der Fassung vom Oktober 1970.14-07-4

Aus dem Reglement: „Die für das Boxturnier vorgesehene Halle im Olympiapark wurde um Jahre 1965/66 nach modernen Gesichtspunkten errichtet und wird zudem fur die Durchfuhrung des Olympischen Boxturniers weitgehend umgebaut. Die Zuschauerkapazität der Halle beträgt 7200 Plätze, wobei bei der Planung besonders Wert darauf gelegt wurde, daß Besucher, Wettkämpfer und Presse voneinander getrennt sind. Außerdem werden folgende Sonderplätze bereitgestellt: 300 Ehrenplatze 80 Rundfunk- und Fernsehkommentatorenplatze 120 Presseplatze mit Schreibpult 180 Presseplatze ohne Tisch 44 Sport-Offizielle Plätze mit vorgeklappter Schreibplatte 68 Sport-Offizielle Plätze ohne Tisch 294 Plätze für Aktive und Betreuer.

Das Podium fur das Boxturnier hat eine Hohe von 100 cm. Die Größe des Boxringes (Maße zwischen den Seilen) betragt 6 x 6 Meter. Durch zwei Anzeigetafeln mit einem Ausmaß von je 2 x 6 Meter, die an beiden Langsseiten der Halle angebracht sind, werden Besucher und Presse übersichtlich von der Programmfolge und den Ergebnissen unterrichtet. Außerdem ist uber dem Boxring eine Zeitmeßanlage (Leuchtzähler) angebracht, die eine sichtbare Anzeige der Rundendauer und Pausenminute aufzeigt und das Auslösen von akustischen Signalen errnöglicht. Unter den Tribünen der Halle sind die Umkleide-. Verbands- und Organisationsräume untergebracht. Der Boxring wird mit 1500 Lux Neuwert blendungsfrei ausgeleuchtet.“

Fotografien | Sportartikelhersteller WEHA – Wilhelm Heinrich, Berlin

Fotografien aus der Sportartikelfabrik „WEHA“, dargestellt wird der „Nähraum“, der „Polsterraum“ und der „Verkaufsraum“. Die Aufnahmen stammen aus der zweiten Hälfte der 1930er Jahre.

„WEHA“ stand für „Wilhelm Heinrich“, beheimatet in Berlin. Das Unternehmen wurde 1907 gegründet, nach eigenen Angaben wurden dort die ersten Boxhandschuhe in Deutschland produziert. Namhafte Boxer rüstete „WEHA“ aus, neben Paul Samson-Körner, Hans Breitensträter, Primo Carnera – italienischer Schwergewichtsweltmeister in den Jahren 1933/34, auch Max Schmeling.

Der Sportartikelhersteller „WEHA“ bekam den Zuschlag, die Wettbewerbe im Boxen bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin mit diversen Boxutensilien auszurüsten. Insgesamt wurden 200 Boxhandschuhe, 300 Paar Bandagen und 100 Ersatzschnürbänder von „WEHA“ geliefert.

Neben dem Boxen produzierte „WEHA“ Sportartikel für die Sportarten Land- und Rollschuhhockey, Eishockey, Fechten, Rugby und Jiu Jitsu.

Einleitender Text aus einem Verkaufskatalog aus dem Jahr 1937:
„In diesem Jahr kann unsere Firma auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. Als im Jahre 1907 Herr Sattlermeister Wilhelm Heinrich die Firma· ins Leben rief, befasste er sich vorwiegend mit der Herstellung von Fechtgeräten aller Art. Aus der kleinen bescheidenen Handwerkerstube wurde bald ein Unternehmen von Bedeutung. Durch unermüdlichen Fleiß, unter Einsalz aller Kräfte konnte der Umsatz durch die Begriffe „Qualität und Wertarbeit“ mehr und mehr gesteigert werden. Es dauerte nicht lange, da zählten zu den Kundenkreisen außer vielen stud. Korporationen, Hochschulen, auch die ehem. Kaiserliche Armee- und Marine. Der Ausbruch des Weltkrieges 1914 führte zu einer großen Einschränkung des Betriebes, und dieser konnte nur notdürftig aufrecht erhalten werden. Nach Beendigung des Krieges war es die allererste Aufgabe des Herrn Wilhelm Heinrich, sein Werk wieder aufzurichten.
Unsere ruhmreiche Armee war aufgelöst und der übrige Kundenkreis hatte sich verringert. Da hieß es, den Betrieb vollkommen neu aufzubauen und umzustellen.

Die inzwischen immer mehr um sich greifende Sportbewegung schuf neue Absatzmöglichkeiten, und so wurde zur Herstellung der Fachgeräte die Fabrikation von Boxartikeln neu mitaufgenommen. Als im Jahre 1919 der Verband deutscher Faustkämpfer und der deutsche Reichsverband für Amateurboxen gegründet wurden, war eine der Hauptaufgaben die Beschaffung der Geräte.
Zu dieser Zeit gab es nur englische und amerikanische Firmen die Boxartikel herstellten, denn in Deutschland war der offizielle Boxsport bis 1919 verboten und daher war weder ein Bedarf noch Absatzmöglichkeit für Boxgeräte vorhanden.
Da die wirtschaftlichen Beziehungen zu England und Amerika so kurz nach Kriegsschluß noch nicht so ausgebaut waren, daß man auf Import rechnen konnte, war man zur Fabrikation von Boxgeräten im eigenen Lande gezwungen. Da war es Herr Wilhelm Heinrich, der auf Grund seiner langjährigen fachmännischen Erfahrungen als erster Mann in Deutschland Boxhandschuhe usw. herstellte.
Die ersten Muster wurden den Deutschen Boxverbänden und dem Sportartikelhandel vorgelegt und fanden bei den Aktiven des Boxsports vollen Anklang. So wurden nun die ersten Boxkämpfe im Berliner „Zirkus Busch“ und in den sonstigen traditionellen Kampfstätten Deutschlands mit Boxhandschuhen Marke „Weha“ ausgetragen. Nach und nach konnten sämtliche Geräte verbessert werden, so daß es nicht lange dauerte und die Marke „Weha“ ein Begriff deutscher Wertarbeit und Höchstleistung wurde. Weit hinaus über Deutschlands Grenzen konnten wir unsere Artikel absetzen, und so kam es, daß in der Olympischen Ausschußsitzung 1936 die Federation internationale Boxing Amateur (Fiba) die „Weha-Boxhandschuhe“ vor vielen in- und ausl. Fabrikaten als am sportgerechtesten bezügl. Qualität und Ausführung anerkannte.

Auf Grund dessen wurde das von uns eingereichte Modell vorgeschrieben und wir erhielten die Lieferung der Boxhandschuhe für die Olympischen Spiele und für die gesamten Trainingsställen im Olympischen Dorf. Und nicht nur in diesen Wettkämpfen, sondern in unzähligen Landes- und Weltmeisterschaften, angefangen von den Pionieren des Deutschen Boxsports bis zu unserem heutigen Matador Max Schmeling wurden die „Weha-Boxhandschuhe“ mit Erfolg ausprobiert. Dies alles ist ein Beweis unserer Leistungsfähigkeit.
ln gleichem Schritt hielt auch die Fabrikation der übrigen Boxgeräte an. Bedeutende Boxsäle und Sportschulen sind von uns im Laufe der Jahre eingerichtet worden.
Aus der Handwerkerstube wurde nunmehr eine Spezialfabrikation. Wenn im Jahresanfang 1919 die Boxhandschuhe noch paarweise hergestellt wurden, so ist inzwischen der Betrieb so erweitert und modernisiert worden, daß wir heute eine Tagesleistung bis zu hundert Paar erreichen. Ein Stamm geschulter Arbeiter, moderne Spezialmaschinen und stete enge Zusammenarbeit mit den Pionieren des Sports helfen uns heute bei der Erzeugung unserer Geräte.

Aber nicht nur auf dem Gebiet der Boxartikelfabrikation können wir uns behaupten. Die von uns hergestellten Land- und Eishockeyartikel sind ebenfalls führend in der ganzen Welt. Es spricht hierfür allein die Tatsache, daß zu den Olympischen Spielen 1936 von fast allen Mannschaften sogar von dem mehrfachen Olympia-Sieger und unschlagbaren Weltmeister – der indischen Hockeymannschaft – unsere „Weha-Hockeyartikel“ benutzt und als die besten der Welt bezeichnet wurden. In gleichem Maße werden auch die von uns hergestellten Eishockeyartikel bewertet. Sie sind heute jedem ausländischen Fabrikat vollkommen ebenbürtig. Bereits zu den zweiten Olympischen Winterspielen 1928 in St. Moritz hatte man dies erkannt, und so wurden zu vielen Meisterschaftsspielen im ln- und Ausland und in den folgenden Olympischen Winterspielen 1932 in Lake Placid und 1936 in Garmisch-Partenkirchen unsere „Weha-Eishockeyartikel“ benutzt.
Alle diese außerordentlichen Erfolge veranlassen uns, nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern noch mehr anzuspornen, unser Fabrikat auch weiterhin so erstklassig wie möglich herzustellen, um dabei gleichzeitig der gesamten Sportartikelwirtschaft zu dienen.“

Katalog des Sportartikelherstellers Adidas | 1972

Inventarnummer: 13/15

Katalog des Sportartikelherstellers Adidas mit Schuhmodellen zu unterschiedlichsten Sportarten. Scheinbar handelt es sich hier um einen Vorabdruck des Kataloges für das Produktionsjahr 1972, es befinden sich zahlreiche handschriftliche Korrekturen im Innenteil. Im Grundsatz stammt der Katalog aus dem Jahr 1970, der Aufdruck „Printed in West Germany 3/70“, auf der Umschlagrückseite, wurde durch „Jan/72“ ersetzt.

Ab Seite 44 sind namhafte Fußballer abgebildet, so Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier und Fritz Walter…

Boxhandschuhe | Muhammad Ali

Inventarnummer: 06/202

Boxhandschuhe von Muhammad Ali mit einer Widmung an den Radioreporter Kurt Brumme: „Muhammad Ali The greates Boxer of all Times & Three Time Heavy Weight Champion of the World 64 – 74 – 78 To the Voice of Germany Kurt Brumme from Muhammad Ali Sept 22-81 Peace“.
Als Ali diese Widmung am 22. September 1981 schrieb, kurz vor seinem letzten Kampf als Profi, waren sie schon oft zusammengetroffen. Denn Brumme entwickelte zwar Leidenschaften für viele Sportarten, doch das Boxen war seine große Liebe. Schon 1960 war er dabei, als Ali, der sich damals noch Cassius Clay nannte,  das olympische Boxturnier von Rom gewann. Fortan besuchte Brumme so viele Ali-Kämpfe wie möglich, um den vielleicht charismatischsten aller Sportler zu begleiten. Brumme war am Mikrofon, als Ali 1964 in Miami, im Kampf gegen Sonny Listen, diesen legendären Schlachtruf „Float like a butterfly, sting like a bee“ (Schweben wie ein Schmetterling, zustechen wie eine Biene) kreierte und erstmals Weltmeister aller Klassen wurde. Und er war Zeuge der Jahrhundert-Kämpfe 1974 in Kinshasa gegen George Foreman und 1978 in New Orleans gegen Leon Spinks.